online
Auch das kam quasi mit Ansage: Das mit der Cablecom könnte schwierig werden. Wurde es auch. Und mein Blog musste drunter leiden. Offline bloggen ist schwierig. Der ganze Vorgang war irgendwie ein wenig komisch. Als erstes kommt ein Brief. Hallo, willkommen, all das tralala, zunächst schicken wir Ihnen mal das Modem, beiliegend finden Sie da auch eine CD, und so weiter. Das ist mal ein echt flaches Modem, wenn es in einen Briefumschlag passt, dachte ich mir. Aber gut, wahrscheinlich sollte das heissen, dass das gute Stück dann noch kommt. Und das Telefon bestimmt gleich mit, hoffentlich.
Drei Tage später ein Zettel, ab zur Post, Kartons abholen. Drei Stück, sollte alles dabei sein. Ich fragte mich zwar, woher die wissen, in welcher der 16 Wohnungen mit meiner Adresse ich zu Hause bin, aber ich bin ja kein Techniker, vielleicht erkennen die das ja. Oh guck mal, da will einer ins Internet, ja ja, das ist der Typ, dem wir die Kisten geschickt haben, lass den mal ruhig rein.
Kisten ausgepackt, alles hübsch verkabelt, guck mal an, so einfach geht das, einfach ein T-Adapter auf den Radioanschluss, und schon funkt es auch im Internet. In Deutschland musste da extra ein Handwerker kommen und nen dritten Anschluss dazubasteln. Super, alles dran, das Wohnzimmer sieht zwar jetzt aus wie ein Technologiepark, aber es gibt Schlimmeres. Rechner angeworfen, nach nem W-LAN geschaut, guck mal da, da ist ein neues, das muss wohl meins sein. Dran gehängt, prima, ich hab ein drahtloses Netz im Wohnzimmer. Das war es dann aber auch. Mein Rechner ist mit sich selbst verbunden, sonst aber mit keinem.
Alle Kabel gecheckt, alles noch mal rein und raus, noch mal ins Installationsheft geschaut, nix falsch gemacht. Also bin ich offline. Telefonieren kann ich natürlich auch nicht. Dumme Sache. Denn als Alternative steht nur mein deutsches Handy zur Verfügung. Damit ist die kostenlose Hotline natürlich alles andere als kostenlos. Aber hilft ja nix. Gewählt, gewartet, rausgeworfen. Gewählt, gewartet, rausgeworfen. Und noch mal und noch mal und dann etwa 100 Minuten später angenommen.
Auf die Uhr geschaut - die Hotline ist noch ne halbe Stunde verfügbar. Das sollte ja reichen. Und Musik spielen sie auch. Reichlich. Zwischenzeitlich bekomme ich Würgereize, als sie die olle Frau Dion mal wieder den Titanicschmalz singen lassen. Ungeduld kommt auf. Und dann eine schlimme Ahnung, was die nächste Handy Rechnung betrifft. Nach einer halben Stunde in der Warteschleife erste Gedanken ans Aufgeben. Aber gerade weil es ja so teuer ist grad, bleib ich dran. Eisern. Auch nachdem die Hotline eigentlich schon Feierabend hat. Neue Befürchtungen tun sich auf. Vielleicht haben die tatsächlich schon Feierabend und lassen mich munter in der Schleife, während sie schon an der Bar sitzen und sich Geschichten von dämlichen Fragen dämlicher User erzählen.
Ich bange und hoffe - und werde erhört. Man ist sehr freundlich, trotz der Ueberstunden. Hm. Kein Signal? Nicht gut. Ziehen Sie doch mal den Netzstecker raus. Und jetzt das Kabel. Jetzt Strom wieder an. Ok, und jetzt auch das Antennenkabel. Hm. Nichts. Ja, da können wir jetzt nichts machen. Prima, so nach 40 Minuten ist das nicht so unbedingt befriedigend. Der Handwerker muss kommen. Man ruft mich an, wegen eines Termins, heisst es. Okay, dann hoffe ich mal weiter.
Tatsächlich. Am nächsten Tag ruft man an. Es ist Donnerstag, und man sagt, es käme jemand am Montag morgen um acht. Hui, nicht schlecht, richtig zeitnah, und so früh ist prima, vor der Arbeit. Ein Happyend naht.
Am Montag verpenne ich grandios. Wache um viertel nach Acht auf und frage mich, ob mich vielleicht das Klingeln des Handwerkers geweckt hat, das ich nur nicht bewusst wahrgenommen habe. Wieder hoffen. So pünktlich kann er gar nicht sein, denke ich. Aber das ist die Schweiz, hier ist man pünktlich, sagt die andere Gehirnhälfte. Aber doch nicht bei dem Verkehr hier in Zürich. Das ist der erste Termin, kommt der nächste Einwand, da sollte man doch halbwegs pünktlich sein können, erst recht wenn man den Züricher Verkehr kennt.
Die Argumentation wird vom Türklingeln beendet, es ist der Handwerker, es war tatsächlich der Verkehr. Kein Thema, ich bin einfach nur froh, dass er da ist und einen überaus kompetenten Eindruck macht. Schraubt gleich los, ich mache vor Freude auch gleich einen Kaffee für ihn.
Ich hätte es mir denken können, der Anschluss ist natürlich antik. Aus einer Zeit vor dem Internet. Bei der Cablecom hofft man einfach auf passende Anschlüsse und schickt einen Handwerker, wenn er eben doch zu alt ist. Also nimmt er das Teil ab und was schraubt er drauf? Eine Buchse mit drei Anschlüssen. Lustig, denke ich mir, irgendwie kenne ich das.
Er schliesst sein Prüfgerät an, hat prima Signal. Schliesst mein Modem an, lässt es sich einwählen, und während es fröhlich und aufgeregt blinkert, stehen wir da, schauen andächtig auf das fleissige Gerät und nippen zwischendurch an der Kaffeetasse. Dann ist Schluss mit Blinkern, alles leuchtet, alles funkt, und das Telefont tutet Bereitschaft. Wunderbar. Noch ein letzter Schluck Kaffee, ein fröhliches Händeschütteln, gute Wünsche für möglichst wenig Verkehr, Ade, schönen Tag auch.
Es gibt Tage, da könnte man denken, so viel anders ist es hier auch nicht.
Drei Tage später ein Zettel, ab zur Post, Kartons abholen. Drei Stück, sollte alles dabei sein. Ich fragte mich zwar, woher die wissen, in welcher der 16 Wohnungen mit meiner Adresse ich zu Hause bin, aber ich bin ja kein Techniker, vielleicht erkennen die das ja. Oh guck mal, da will einer ins Internet, ja ja, das ist der Typ, dem wir die Kisten geschickt haben, lass den mal ruhig rein.
Kisten ausgepackt, alles hübsch verkabelt, guck mal an, so einfach geht das, einfach ein T-Adapter auf den Radioanschluss, und schon funkt es auch im Internet. In Deutschland musste da extra ein Handwerker kommen und nen dritten Anschluss dazubasteln. Super, alles dran, das Wohnzimmer sieht zwar jetzt aus wie ein Technologiepark, aber es gibt Schlimmeres. Rechner angeworfen, nach nem W-LAN geschaut, guck mal da, da ist ein neues, das muss wohl meins sein. Dran gehängt, prima, ich hab ein drahtloses Netz im Wohnzimmer. Das war es dann aber auch. Mein Rechner ist mit sich selbst verbunden, sonst aber mit keinem.
Alle Kabel gecheckt, alles noch mal rein und raus, noch mal ins Installationsheft geschaut, nix falsch gemacht. Also bin ich offline. Telefonieren kann ich natürlich auch nicht. Dumme Sache. Denn als Alternative steht nur mein deutsches Handy zur Verfügung. Damit ist die kostenlose Hotline natürlich alles andere als kostenlos. Aber hilft ja nix. Gewählt, gewartet, rausgeworfen. Gewählt, gewartet, rausgeworfen. Und noch mal und noch mal und dann etwa 100 Minuten später angenommen.
Auf die Uhr geschaut - die Hotline ist noch ne halbe Stunde verfügbar. Das sollte ja reichen. Und Musik spielen sie auch. Reichlich. Zwischenzeitlich bekomme ich Würgereize, als sie die olle Frau Dion mal wieder den Titanicschmalz singen lassen. Ungeduld kommt auf. Und dann eine schlimme Ahnung, was die nächste Handy Rechnung betrifft. Nach einer halben Stunde in der Warteschleife erste Gedanken ans Aufgeben. Aber gerade weil es ja so teuer ist grad, bleib ich dran. Eisern. Auch nachdem die Hotline eigentlich schon Feierabend hat. Neue Befürchtungen tun sich auf. Vielleicht haben die tatsächlich schon Feierabend und lassen mich munter in der Schleife, während sie schon an der Bar sitzen und sich Geschichten von dämlichen Fragen dämlicher User erzählen.
Ich bange und hoffe - und werde erhört. Man ist sehr freundlich, trotz der Ueberstunden. Hm. Kein Signal? Nicht gut. Ziehen Sie doch mal den Netzstecker raus. Und jetzt das Kabel. Jetzt Strom wieder an. Ok, und jetzt auch das Antennenkabel. Hm. Nichts. Ja, da können wir jetzt nichts machen. Prima, so nach 40 Minuten ist das nicht so unbedingt befriedigend. Der Handwerker muss kommen. Man ruft mich an, wegen eines Termins, heisst es. Okay, dann hoffe ich mal weiter.
Tatsächlich. Am nächsten Tag ruft man an. Es ist Donnerstag, und man sagt, es käme jemand am Montag morgen um acht. Hui, nicht schlecht, richtig zeitnah, und so früh ist prima, vor der Arbeit. Ein Happyend naht.
Am Montag verpenne ich grandios. Wache um viertel nach Acht auf und frage mich, ob mich vielleicht das Klingeln des Handwerkers geweckt hat, das ich nur nicht bewusst wahrgenommen habe. Wieder hoffen. So pünktlich kann er gar nicht sein, denke ich. Aber das ist die Schweiz, hier ist man pünktlich, sagt die andere Gehirnhälfte. Aber doch nicht bei dem Verkehr hier in Zürich. Das ist der erste Termin, kommt der nächste Einwand, da sollte man doch halbwegs pünktlich sein können, erst recht wenn man den Züricher Verkehr kennt.
Die Argumentation wird vom Türklingeln beendet, es ist der Handwerker, es war tatsächlich der Verkehr. Kein Thema, ich bin einfach nur froh, dass er da ist und einen überaus kompetenten Eindruck macht. Schraubt gleich los, ich mache vor Freude auch gleich einen Kaffee für ihn.
Ich hätte es mir denken können, der Anschluss ist natürlich antik. Aus einer Zeit vor dem Internet. Bei der Cablecom hofft man einfach auf passende Anschlüsse und schickt einen Handwerker, wenn er eben doch zu alt ist. Also nimmt er das Teil ab und was schraubt er drauf? Eine Buchse mit drei Anschlüssen. Lustig, denke ich mir, irgendwie kenne ich das.
Er schliesst sein Prüfgerät an, hat prima Signal. Schliesst mein Modem an, lässt es sich einwählen, und während es fröhlich und aufgeregt blinkert, stehen wir da, schauen andächtig auf das fleissige Gerät und nippen zwischendurch an der Kaffeetasse. Dann ist Schluss mit Blinkern, alles leuchtet, alles funkt, und das Telefont tutet Bereitschaft. Wunderbar. Noch ein letzter Schluck Kaffee, ein fröhliches Händeschütteln, gute Wünsche für möglichst wenig Verkehr, Ade, schönen Tag auch.
Es gibt Tage, da könnte man denken, so viel anders ist es hier auch nicht.
eingeschweizt - 20. Aug, 10:28
